Die Redaktion in Hamburg
Politik, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft aus einer Redaktion, die lieber prüft als eilt. Wir sitzen in der Mönckebergstraße und arbeiten von dort aus für Leserinnen und Leser in ganz Deutschland.
The Evidence Edit ist ein unabhängiges redaktionelles Magazin mit Sitz in der Mönckebergstraße 11 in Hamburg.
Wir arbeiten an politischen Analysen, investigativen Recherchen, Wirtschafts- und Kulturtexten sowie Wissenschaftsberichten. Unser Anspruch ist nicht Schnelligkeit, sondern Tragfähigkeit über den Tag hinaus. Ein Text, der in zwei Wochen schon wieder falsch ist, war die Arbeit nicht wert.
Diese Seite stellt die Redaktion, ihre Haltung und ihre Themenschwerpunkte vor. Sie richtet sich an Leserinnen und Leser, die wissen wollen, wer hier schreibt, wie Themen ausgewählt werden und wovon die Arbeit finanziert wird.
Wie die Redaktion arbeitet
Die Redaktion arbeitet von Hamburg aus, mit Beiträgen aus dem gesamten Bundesgebiet. Wir treffen uns regelmäßig zu Themenkonferenzen, in denen Recherchestände ausgetauscht und geprüft werden. Jeder Vorschlag wird nach Relevanz und Prüfbarkeit bewertet.
Diese Form ist bewusst langsam. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass ein Text auch nach Wochen noch belastbar ist. Wer eine Geschichte einbringt, muss sagen können, welche Belege es gibt, welche Fragen noch offen sind und wer als Betroffener antworten darf.
- Aufnahme Vorschläge aus der Redaktion, aus Fachkreisen und aus der Leserschaft werden gesammelt, nicht sofort vergeben.
- Bewertung Jeder Vorschlag wird nach gesellschaftlicher Relevanz und danach bewertet, ob er sich mit Dokumenten, Gesprächen oder Daten prüfen lässt.
- Recherche Wer recherchiert, hält den Stand schriftlich fest. Andere in der Redaktion können jederzeit nachsehen, woher eine Aussage stammt.
- Gegenrede Betroffene erhalten vor der Veröffentlichung Gelegenheit zur Stellungnahme. Was sie sagen, wird im Text berücksichtigt, nicht weggelassen.
- Veröffentlichung Der Text erscheint erst, wenn Belege, Sprache und Einordnung von einer zweiten Person geprüft wurden.
Haltung und Schwerpunkte
Wir verfolgen Themen, die Macht, Geld und Institutionen betreffen. Dazu gehören politische Entscheidungen mit langer Umsetzungsfrist, wirtschaftliche Transformationsprozesse, Klima- und Energiepolitik, das Feuilleton und die Wissenschaft.
Wir arbeiten mit einer klaren Haltung: Wir glauben, dass eine gut gemachte Analyse unbequem sein darf. Das ist keine politische Position, sondern eine journalistische.
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Politik & Hintergrund
Entscheidungen, deren Folgen erst Jahre später sichtbar werden: Gesetze, Ausschüsse, Verwaltungsverfahren.
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Wirtschaft & Finanzen
Transformationsprozesse in Unternehmen, Arbeitsmarkt und Kapitalmärkten, mit Blick auf die Zahlen dahinter.
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Kultur & Gesellschaft
Feuilleton, Debatten und Essays über das, was eine Gesellschaft gerade beschäftigt, auch abseits der Tagesordnung.
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Wissenschaft & Technologie
Forschung, Energie, Digitalisierung und die Frage, was davon tatsächlich trägt.
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Wie wir mit KI in der Redaktion umgehen
Werkzeuge sortieren vor. Menschen entscheiden.
Künstliche Intelligenz wird in der aktuellen Wirtschaftsberichterstattung als zentraler Modernisierungstreiber beschrieben. Auch in Redaktionen verändern neue Werkzeuge die Arbeit. Wir nutzen solche Instrumente für Recherchevorsortierung und Übersetzungshilfen, nicht für das Schreiben von Artikeln.
Jede Aussage wird von Redaktionsmitgliedern geprüft, auch wenn Werkzeuge sie vorbereitet haben. Ein Werkzeug kann Hunderte Dokumente nach Stichworten ordnen; es kann nicht beurteilen, ob eine Quelle belastbar ist. Diese Entscheidung bleibt bei der Redaktion, und wir machen die Trennung sichtbar: Wo ein Werkzeug beteiligt war, steht das im Arbeitsprotokoll, nicht als Fußnote im Artikel.
Konkret heißt das: Wir lassen uns Zusammenfassungen langer Dokumentensätze bauen, um schneller einzusteigen, und wir setzen maschinelle Übersetzung ein, wenn ein Text in einer Sprache vorliegt, die niemand in der Redaktion sicher liest. Beides ist Vorarbeit. Die endgültige Formulierung, die Prüfung jeder Zahl und die Entscheidung über die Veröffentlichung liegen bei Autorinnen und Autoren.
Verdeckte Recherche als Methode
Verdeckte Recherche prägt die Wahrnehmung von Enthüllungsjournalismus in Deutschland. Der Name Günter Wallraff steht bis heute für konfrontative Recherche mit hohem Echo. Wir ordnen diese Tradition in Texten ein, ohne sie zu kopieren.
Bei jeder Recherche prüfen wir rechtliche Grenzen und die Verhältnismäßigkeit des Vorgehens. Verdeckte Arbeit braucht klare Begründung und besondere Sorgfalt bei Betroffenen. Bevor jemand eine Rolle annimmt, muss die Redaktion drei Fragen beantworten: Welche Erkenntnis ist sonst nicht zu bekommen? Wie schwer wiegt der Eingriff für die Betroffenen? Und würde das Ergebnis den Eingriff auch dann rechtfertigen, wenn es nicht das erhoffte ist?
Verdeckt zu arbeiten heißt nicht, ohne Regeln zu arbeiten. Im Gegenteil: je weniger offen die Methode, desto strenger die Prüfung. Wenn sich eine Behauptung nicht unabhängig belegen lässt, veröffentlichen wir sie nicht, auch wenn sie schön in die Geschichte passt.
Was uns von anderen unterscheidet
- Wir widmen Entwicklungen mehr Zeit als der Nachrichtenzyklus vorgibt.
- Wir halten Fehler fest, statt sie zu vergessen.
- Wir veröffentlichen nicht für Reichweite, sondern für Leser, die mitdenken wollen.
Wer schnell eine Zusammenfassung sucht, wird bei uns nur manchmal fündig.
Wer sich länger mit einem Thema beschäftigen will, wird es. Das ist keine Haltung gegenüber Eile, sondern eine Entscheidung über das Format. Wir schreiben nicht für die erste Minute nach der Veröffentlichung, sondern für den Leser, der den Text nach einer Woche noch einmal aufschlägt und dann noch etwas darin findet.
Das bedeutet nicht, dass jede Recherche Monate dauert. Es bedeutet, dass wir bei Entscheidungen über Umfang und Veröffentlichungszeitpunkt fragen, ob der Text noch trägt, wenn der Anlass vorbei ist — und nicht nur, ob er heute Aufmerksamkeit bringt.
Die Redaktion besteht aus festen und freien Autorinnen und Autoren, überwiegend aus Deutschland. Wir veröffentlichen Gastbeiträge in begrenztem Umfang. Externe Autorinnen und Autoren legen ihre Interessen offen.
Die redaktionelle Letztentscheidung bleibt bei uns. Diese Praxis halten wir auch dann durch, wenn ein Beitrag besonders attraktiv scheint. Ein Text, der nur mit einer Interessenlage zusammenpasst, aber nicht belegbar ist, wird nicht veröffentlicht.
Finanziert wird The Evidence Edit durch Abonnements und einen begrenzten Anteil an Anzeigen, die redaktionell getrennt sind. Wir nehmen keine Mittel von politischen Parteien, Regierungen oder vergleichbar interessierten Organisationen an.
Wo eine Förderung vorliegt, wird sie im Artikel kenntlich gemacht. Diese Regeln sind nicht dekorativ, sondern Bedingungen für die Arbeitsweise.
Hamburg ist seit langem ein Standort mit dichter Medien- und Wirtschaftslandschaft. Hier lässt sich beides zugleich beobachten: politische Auseinandersetzungen und industrielle Entwicklung. Die kurzen Wege zu Institutionen und Unternehmen erleichtern die Recherche.
Auch die Nähe zum Hafen und zur Hafenwirtschaft prägt manche Themen, etwa Lieferketten und Logistik. Der Standort ist kein Symbol, sondern eine praktische Bedingung.
Korrektur und Kritik
Wir machen Fehler. Wenn einer vorliegt, wird er korrigiert. Die Korrektur wird sichtbar ausgewiesen, mit Datum und betroffener Passage. Wir löschen keine Artikel stillschweigend.
Sie erreichen uns für Anmerkungen über das Kontaktformular oder telefonisch unter +49 40 32805942.
Wir haben eine Leserschaft in Deutschland und im deutschsprachigen Ausland. Viele Anregungen für Themen kommen aus dieser Leserschaft. Wer mitdiskutieren will, kann über das Kontaktformular schreiben. Hinweise werden vertraulich behandelt, auf Wunsch ohne Rückweg.
- Regeln So arbeiten wir Prüfverfahren Offen
- Kontakt Kontakt zur Redaktion Hinweise Offen
- Abonnement Abo und Zugang prüfen Zugang Offen
- Rechtliches Nutzungsbedingungen Datenschutzerklärung Verbindlich Offen
Häufige Fragen
Kurze Antworten auf Fragen, die uns regelmäßig erreichen. Wenn etwas fehlt, schreiben Sie uns über das Kontaktformular.
Wo sitzt die Redaktion? Antwort
In der Mönckebergstraße 11, 20095 Hamburg. Sie erreichen uns telefonisch unter +49 40 32805942, montags bis freitags von 09:00 bis 18:00 Uhr.
Bekommen Anzeigenkunden Einfluss auf Themen? Antwort
Nein. Anzeigen sind redaktionell getrennt und haben keinen Einblick in laufende Recherchen oder Themenentscheidungen. Wer bei uns inseriert, erfährt nicht vorab, worüber wir schreiben.
Sind Gastbeiträge möglich? Antwort
Ja, in begrenztem Umfang. Externe Autorinnen und Autoren legen ihre Interessen offen. Die redaktionelle Letztentscheidung bleibt bei der Redaktion, auch wenn ein Text bereits fertig vorliegt.
Wie gehe ich mit einem Hinweis um, den ich nicht zuordnen kann? Antwort
Schreiben Sie trotzdem. Wir prüfen Hinweise auch dann, wenn sie zunächst bruchstückhaft wirken, und melden uns nur zurück, wenn Sie das ausdrücklich möchten. Vertrauliche Behandlung ist Standard, nicht Ausnahme.
Weiterlesen, mitschreiben, nachfragen
Wer wissen will, wie wir arbeiten, findet auf der Seite So arbeiten wir unsere Prüfschritte. Für Hinweise, Kritik und Themenanregungen ist das Kontaktformular der richtige Weg.